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Schnappschuss
Follout 3_17

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 ParaWorld

Habt ihr in letzter Zeit zu viele Panzerschlachten geführt, könnt keine Laserkanonen mehr sehen und Orks gehen euch auf die Nerven? Dann kommt jetzt mit ParaWorld eine gelungene Alternative zum Strategie Einheitsbrei und das auch noch aus deutschen Landen… Besteht also Grund zum Echtzeit-Patriotismus?


Was uns die Berliner  Spieleschmiede SEK da mitgebracht hat, ist schon was anderes. Statt im Panzer, wird bei ParaWorld rittlings auf dem Dinosaurier in die Schlacht gezogen. Denn in ParaWorld geht es, wie der Name schon sagt, um eine Parallele Welt, in der die Dinosaurier nach wie vor die Erde bevölkern und von den einheimischen Stämmen als Arbeits- und Kriegstiere gehalten werden. In diese Welt stolpert der Spieler an der Seite des Heldentrios     Anthony, Stina und Bela. Wer das Geheimnis der Parallelwelt lüften will, der wirft sich in die mit 17 Missionen recht umfangreiche Kampagne, in der hintereinander das wikingische Nordvolk mit seinen stämmigen Axtkämpfern, ab der vierten Mission die arabisch angehauchten Wüstenreiter mit filigranen Speerwerfern und Giftmischern und schließlich der asiatisch anmutenden Drachen-Clan mit seinen Ninjas und Samurai gespielt werden.

 

 

Die drei Völker wirken nicht nur unterschiedlich, sie spielen sich auch so. So verfügt das Nordvolk über die stärksten Nahkampfeinheiten und die solideste Verteidigung. Sie ziehen massive Mauern hoch, die mit Bogenschützen bestückt werden können, züchten massige Nahkampfbestien, wie Kampfmammuts und verfügen über eine Steampunkartige Technik wie Dampfpanzer und Roboterskelette in Kampfanzügen, Rise of Legends lässt hier grüßen… Außerdem besitzen sie wie jedes der drei Völker eine besonders mächtige Titaneneinheit. Im Fall des Nordvolkes ist das der Triceratops-Titan der selber im Nahkampf mächtigen Schaden austeilt und zusätzlich noch Platz für vier Reiter bietet und individuell z.B. mit Bogenschützen oder Heilern besetzt werden kann.

 

 

Die Wüstenreiter verfügen zwar nicht über solche massiven Verteidigungsanlagen wie das Nordvolk, sind dafür aber mit ihren Zeltstädten äußerst mobil. Auch bei den Dinosauriern setzen sie eher auf kleinere und flinkere Einheiten, verfügen hier aber auch über die größte Auswahl verschiedener Einheiten. Das Wüstenvolk setzt bei seinen Attacken oft auf hinterhältige Einheiten, wie den Giftmischer oder den Meuchler. Der Ankyloaurus kann Eier über Mauern katapultieren, die daraufhin platzen und gierige Raptoren freilassen, die zwar nicht direkt steuerbar sind, aber dennoch hinter den feindlichen Linien für einigen Ärger sorgen. Die Titaneneinheit der Wüstenreiter ist der Tyranosaurus-Titan der im Nahkampf praktisch alles vernichtet.

 

Der Drachen-Clan setzt auf eine gesunde Mischung aus Nahkampfeinheiten, wie die eleganten Klingenkämpfer im Ninjastil oder den Sumoringer und zielgenauen Fernkämpfern,  wie die Gatlingschützen. Außerdem verfügen sie über weitreichende Mörser und Raketentürme. Wer ein Lager des Drachen-Clans angreift muss mit fiesen Fallen wie Schlingenfallen, Minen oder Abwehrspießen rechnen. Darüber hinaus verfügt der Clan über die flexibelste Marine mit Raketen- uns U-Booten. Der Titan des Drachen-Clans ist der Seismosaurus-Titan: Ein laufendes Ungetüm mit multiplen Geschütztürmen.

Alle drei Völker verfügen über maritime Einheiten, jedoch können keine Flugeinheiten Gespielt werden.

Die Helden kämpfen im Verlauf der Kampagne auf allen Seiten und entwickeln sich stets weiter. Dabei verbessern sie jedoch nicht nur ihre eigenen Fähigkeiten (die von verstärkenden Auras bis zum Hypnoseblick reichen), sondern geben auch auf höheren Stufen Boni für die gesamte Armee. So werden ab der vierten Heldenstufe neue Gebäude und Einheiten freigeschaltet und ab der fünften verleihen die Helden sogar globale Boni wie verstärkte Rüstungen und mehr Lebenspunkte für einen bestimmten Einheitentyp. Neue Verbesserungen werden übrigens sofort am Model sichtbar wie dicke Metall-Panzerplatten usw.

Es gibt im Spiel auch immer wieder verschiedene Artefakte zu finden, die einmal eingesammelt globale Boni bringen.

 

 

 

Die Story wird sowohl im Spiel selbst als auch durch Videos und Dialoge im Ladebildschirm weitererzählt. Die Dialoge sind dank der guten Sprecher recht gut gelungen und auch die Videos lassen sich sehen, können aber mit einem Warcraft 3 nicht mithalten.

 

Das Missionsdesign ist abwechslungsreich, von einfachen Aufträgen wie dem beschützen einer Mammutherde, über das vernichten eines gegnerischen Lagers, bis zur Karawaneneskorte ist alles dabei. In jeder Mission gibt es neben den Hauptaufgaben auch noch einige Sidequests, die bei erfolgreichem bestehen Bonuspunkte bringen, die in der nächsten Mission in mehr Starteinheiten oder Helden investiert werden können. Die Kampagne beginnt gemächlich, wird aber recht schnell ziemlich happig was den Schwierigkeitsgrad betrifft. Schon auf der mittleren Stufe, wird man gegen Ende meist mehrere Anläufe für eine Mission brauchen.

 

Die Steuerung ist dank des so genannten Army-Controllers eine der besten und einfachsten im ganzen Genre und wirklich innovativ.

Der Army-Controller ist an- und abschaltbar, in ihm kann man sogar Rahmen ziehen und auch sonnst wie gewohnt agieren- heißt: Gruppenbildung, Doppelklick mit Sprung zur Figur etc. Stellt euch eine Rangleiter mit fünf Sprossen vor: Ihr könnt dort eure Infanterie, Kavallerie oder Helden gezielt von der ersten bis zur fünften Stufe aufsteigen lassen. Allerdings ist das Aufrüsten innerhalb seiner gestaffelten Hierarchie nicht unbegrenzt möglich, denn es wird in einer sich nach oben verjüngenden Pyramide begrenzt: In jeder Stufe gibt es ein numerisches Limit, das euch z.B. für Level 3 nur Platz für acht, für Level 4 nur noch Platz für drei und in der höchsten Stufe nur noch Platz für eine Einheit bietet. Eine gute Planung beim Truppenausbau ist also unabdingbar. Außerdem werden die Aufgestuften Einheiten geheilt, man kann mit dieser Methode also hervorragend verdiente Veteranen in der Schlacht retten.

Der Army-Controller ist allerdings auch bitter nötig, denn in vielen größeren Schlachten, geht oft schnell die Übersicht verloren und ohne den Controller hätte man hier kaum noch eine Chance.

 

 

Auch das Ressourcen-Management bietet eine Besonderheit: Neben den normalen Ressourcen braucht man für praktisch jede Aktion Schädel. Diese sind jedoch nur durch den Sieg über feindliche Einheiten und Gebäude zu ergattern, somit ist der Spieler ständig zur Aktivität gezwungen, was gerade im Multiplayermodus eine hohe Geschwindigkeit des Spiels garantiert. Leider wird ein Teil dieses Tempos, wegen der starken Lagerbeschränkungen für Ressourcen wieder herausgenommen. Es ist nur möglich schnell eine große Armee aus dem Boden zu stampfen, wenn man zuvor eine große Menge an Lagern baut um über ausreichende Ressourcen verfügen zu können. Ständig springt man aus den aufreibenden Kämpfen zurück ins Lager weil, die Arbeiter mal wieder sinnlos rumstehen, da alle Lagerkapazitäten aufgebraucht sind. Hier wäre etwas mehr Flexibilität zu wünschen gewesen.

Andererseits ist dieses System gut für das Balancing, das ohnehin schon hervorragend ist und ermöglicht neue Taktiken. So kann man den Gegner durch schnelle Hit&Run Aktionen auf seine Lagerhäuser schnell in Bedrängnis bringen, da mit den zerstörten Lagerhäusern auch alle gesammelten Ressourcen vernichtet werden.

 

Die KI ist ausgesprochen gut, verhält sich auch in den Kampagnenleveln sehr intelligent und folgt nicht stur irgendwelchen Scripten. Im freien Gefecht kann man den Computer nicht nur in 10 Schwierigkeitsstufen einteilen, sondern ihm auch noch bestimmte Verhaltensweisen wie offensiv, defensiv, ausgeglichen oder passiv zuordnen.

 

Und nun zum Multiplayermodus. Hier beginnt die Tüftelei schon vor Beginn des eigentlichen Spiels, so kann man sich mit seinem Gegner auf ein Punktelimit festlegen und dann mit den gegebenen Punkten eine Startarmee zusammenstellen (so ähnlich wie beim Warhammer Tabletop Spiel), die den eigenen taktischen vorlieben entspricht. Außerdem kann man so festlegen, ob das Spiel direkt mit starken Truppenverbänden beginnt und somit von Anfang an voller Kriegszustand herrscht, oder ob man das ganze lieber etwas gemächlicher angehen will. Wer keine Lust hat eine eigene Armee zu bauen, kann auch aus drei Standard-Varianten wählen: Standard, Taktiker und Stürmer.

 

 

Es gibt drei Spieltypen: Deatchmatch, Defender und Domination. Das ist zwar nichts wirklich neues, machen aber dank der weitern Einstellungsmöglichkeiten eine Menge Spaß. Es sind bis zu 8 Spieler gleichzeitig möglich, wobei man auch als Spectator mitmachen kann. Dank der komfortablen Replay-Funktion, lassen sich im Nachhinein taktische Fehler gut erkennen und neue Strategien entwickeln.

Das Balancing ist wie schon gesagt ausgezeichnet, durch die drei doch recht unterschiedlichen Völker kommt eine Menge Abwechslung auf und es sind eine Unzahl verschiedener Taktiken möglich. Ich denke jeder Spieler wird schnell sein Lieblingsvolk gefunden haben.

 

Die mitgelieferten 27 Karten sehen nicht nur extrem gut aus sondern sind auch gut durchdacht, auch hier kann man wieder nur ein Lob für das gute Balancing aussprechen.

 

Dass der Multiplayer-Modus gut durchdacht und gemacht ist, sieht man auch daran, dass die ESL schnell zugeschlagen hat und ParaWorld zum offiziellen Turnierspiel auserkoren hat.

Hier haben wir es also mit einem potentiellen WC3 Konkurrenten zu tun und der kommt aus Deutschland! Wer hätte das gedacht…

 

Zum Schluss noch zu einem Prunkstück von ParaWorld: der Graphik. Und die ist wirklich Phänomenal. Die Landschaften sind wunderschön anzuschauen, die Dinos wunderbar animiert, die gesamte Spielwelt wirkt äußerst lebendig. Die Effekte sind großartig, ob nun glitzerndes Wasser, wandernde Schatten oder sich veränderndes Wetter, ParaWorld kann hier mit allem mithalten was die Konkurrenz so zu bieten hat. Nur eines fehlt zum Glück und das sind die Physik-Effekte. Es wäre doch traumhaft wenn ein umstürzender Dino-Gigant einfach mal ein paar kleinere Häuser zerquetschen könnte… aber man kann halt nicht alles haben.

 

In Punkto Sound kann ParaWorld auch einiges bieten. Die Soundeffekte sind gut gelungen und die Musik recht atmosphärisch und stimmungsvoll.

 

 

Sven´s Fazit:

 

Mit ParaWorld erscheint ein echter Hit! Das Spiel sieht nicht nur wunderschön aus, sondern hat auch echte Substanz. Das Szenario ist erfrischend ausgefallen, das Balancing ausgezeichnet und die Steuerung äußerst innovativ. Damit hat das Spiel alles um im Besonderen ein echter Multiplayer Hit zu werden, was dank der Aufnahme in die Riege der  ESL Turnierspiel schnell geschehen dürfte.

 

  ParaWorld Echtzeitstrategie (RTS)    
         
  Publisher: Preis:    
  Sunflowers                                          45,00 €    
  Sprache: USK    
  Deutsch  12+    
         
Technische Angaben PC Minimum PC Optimum    
Prozessor 1,6 GHz Pentium4 3,0 Pentium4    
Ram 512 MB  1 GB RAM    
Festplatte        
Laufwerk DVD-Rom DVD-Rom    
Grafikkarte 128 MB RAM DirektX 9 kompatible Karte mind.128 MB RAM DirektX 9 kompatible Karte    
         
Untersützte Soundsysteme        
 5.1         
Bewertung        
      EP GP
Grafik  + schöne Landschaften  + geniale Animationen 8 10
Sound  + schöne Musik  + nette Effekte 8 10
Völker  + interessante Einheiten  + unterschiedliche Völker 8 10
Atmosphäre  + ausgefallene Welt  + gute Charaktere 7 10
Kampagne  + fortlaufende Handlung  + gute Missionen 8 10
KI  + agiert abwechslungsreich  + gute Einstellungsmögllichkeiten 8 10
Handlung  + viele Wendungen  + ausgefallene Welt 7 10
Balance  + gute Balance der Völker  + selten Rushes möglich 10 10
Gameplay  + hohes Tempo  + innovativer Army-Controller 9 10
Multiplayer  + Startarmee Konfiguration   + geniales Balancing 9 10
         
      82 100
         
Extra Bemerkung: Multiplayer Spielspaß 82 %
  hervorragendes Balancing!      
         
         
Kaufempfehlung        
Zu Empfehlen für alle Multiplayer Strategen und Freunde von ausgefallenen Szenarios    
Einspielzeit Solo-Spaß Frustrationsfaktor    
40 min. 30 Std. und mehr in der Kampagne z.T. recht hoch (sehr schwer)
         
Kurzfazit        
Strategiehit aus deutschen Landen      
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