Rise of Legends
Rise of Legends
Historien Spektakel, wie Civilization oder Rise of Nations sind dir zu Langweilig?
Der Entwickler Big Huge Games, der den Bestseller Rise of Nations vor über 3 Jahren aus der Taufe hob, schuf jetzt einen quasi Nachfolger des Spiels, welcher im Fantasy Milieu spielt. Wir wollen sehen, ob Rise of Legends ein würdiger Nachfolger des Meisterwerks ist.
Allen die glauben Rise of Lgegends (RoL) wäre nur ein Fantasy Abklatsch von Rise of Nations, sei gesagt, dass sie auf dem Holzweg sind, denn es gibt wenige Vergleichsmöglichkeiten zwischen den beiden Spielen.
Für Rise of Legends (RoL) haben die Entwickler eine eigene, schöne Welt geschaffen. Statt wie in Rise of Nations, wo Nationen wie Briten, Chinesen, Deutsche etc. um die Herrschaft der Welt konkurieren, kämpfen in RoL drei Völker um die Herrschaft in der mythischen Welt von Aio.
Da sind die technikverliebten Vinci, der Name soll wohl eine Anspielung auf Leonardo da Vinci sein, die im italienischen Renaisance Look daherkommen. Die Gebäude und Einheiten sind entsprechend gestaltet, so besitzen diese z.B. Panzer und Flugeinheiten mit Zahnradantrieb. Die Stärke der Vincis liegt mit Sicherheit in der Ausgeglichenheit und somit ist dieses Volk auch zum Einstieg zu empfehlen. Daneben gibt es die magischen Alin, deren Gebäude und Einheiten aus 1001 Nacht Geschichten stammen könnten. Die Gebäude sind im arabischen Stil und die Einheiten wie Riesenskorpione und mystische Wüstenungeheuer sind ebenfalls aus dem Orient entlehnt. Die Helden der Alin können die Gegner mit mächtigen Zaubersprüchen zur Strecke bringen. Das dritte Volk die Cuotl, ist Meso-Amerikanisch geprägt. Dementsprechend sind auch die Gebäude und Einheiten im Maya Look. Ihre mächtigen lebenden Statuen feuern Blitze auf die Gegner ab, während ihre Götterhelden mit Donnerschlag und Hurrikan wüten können.
Kampagne
Die Kampagne von Rise of Legends (RoL) nennt sich Feldzug und besteht aus drei Teilen, wobei jedes Volk seine eigene Kampagne besitzt. Im ersten Teil des Feldzuges spielt man die Vinci und muss dem Helden Giacomo helfen den Mörder seines Bruders zu töten und das Geheimnis eines Artefakts zu ergründen. Diese Handlung wird auch in den beiden anschließenden Akten aufgegriffen und fortgeführt. In der zweiten Kampagne verschlägt es einen in die Wüste, zu den magischen Alins. Der daruffolgenden Teil handelt in den gehmeinisvollen Dschungles der Cuotl. Nach jedem Spielabschnitt breitet sich vor dem Spieler ein Weltkarte aus, die mit dem Spielbrett von "Risiko" vergleichbar ist und als "Strategische Karte" bezeichnet wird. Auf ihr kann man die nächste Mission anwählen bzw. das nächste Land welches angegriffen wird anwählen. Zusätzlich kann man auch den Schwierigkeitsgrad der Mission bestimmen. Die Missionen sind einfach gestaltet, so z.B. erobere die Burg, zerstöre alle feindlichen Städte, schmiede Allianzen mit den neutralen Völkern usw... jeder Auftrag enthält außer einer oder mehrerer Hauptaufgaben auch Nebenmissionen, deren Erledigung zwar nich zwingend sind, aber dafür Gewinn bringend sein können. Die Kampagne ist insgesammt spannend aufgebaut, besonders die Sequenzen haben mir gefallen, jedoch sind die Aufgabenstellungen in den Missionen nichts innovatives.
Gameplay
Spielerisch geht RoL neue Wege dass zeigt sich schon beim Basisaufbau. Die Grundlage und Mittelpunkt der Basis ist die Stadt. Diese besteht aus mehreren Bezirken, die verschiedene Vorteile bringen und auch für den Ausbau der Städte hin zu Metropolen nötig sind. Militärbezirke erhöhen beispielsweise die Bevölkerungsobergrenze und erzeugen eine bestimmte Anzahl kostenloser Soldateneinheiten, während Handelsbezirke die Ressourcenobergrenze erhöhen. Jedes Volk verfügt zudem über spezielle weitere Bezirke. Des Weiteren können auch noch weitere Gebäude wie Kasernen, Flugplätze, sowie Forschungslabors und Minen gebaut werden. Letztere sind übrigens die einzigen Gebäude, die man für den Rohstoffabbau benötigt. In den Minen müssen nur die entsprechenden Arbeiter gebaut werden. Es gibt im Übrigen nur 2 Ressourcen je Spezies. Bei den Vinci und den Alin sind es Titonium und Gold. Gold ist durch den Handel mit neutralen oder eigenen Städten und Handelszentren zu gewinnen. Bei den Cuotl sind die Rohstoffe Titonium und Energie. Energie wird bei den Cuotl in Stadtbezirken erzeugt. Etwas Neues in RoL ist das sogenannte Dominanzsystem, es gibt verschiedene Dominanzen z.B. die Einheiten Dominanz, oder eine Dominanz für die meisten Gebäude. Als Belohnung gibt es dann einen Waffenstillstandszauber oder eine globale Truppenheilung, jedoch ist der Einsatz einer Dominaz meistens nicht Spielentscheidend, es kann aber in der Ein oder Anderen Situation hilfreich sein.
Die Völker
Der Unterscheid zwischen den Phantasievölkern ist stark ausgeprägt. Das fängt bereits bei der Forschung an. Während die Vinci auf herkömmlichen Gebieten wie Politik, Wohlstand, Plünderung und Bergbau forschen, entwickeln die Alin und Cuotl sich auf der magisch-mystischen Schiene fort. Die Vinci sind das Einsteigervolk und lassen sich aufgrund ihrer logischen Strukturen und Einheiten einfach befehligen. Die Alin hingegen erfordern etwas Übung, bis man ihre Eigenheiten und Vorteile einsetzen kann. Ebenso ist es bei den Coutl, welche sehr viele Ressourcen für Gebäude und Einheiten benötigen. Dementsprechend dauert es bei den Coutl sehr lange, bis man eine schlagkräftige Armee befehligen kann, wohingegen man mit den Alin, aufgrund der günstigen Enheiten, mal einen Rush versuchen kann.
Jede Rasse verfügt über spezielle Einheiten wie Feuergeister bei den Alin oder Artillerie Einheiten bei den Vinci oder Steingolems bei den Cuotl. Danneben gibt es auf jeder seite 3 Helden, welche wiederum spezielle Fähigkeiten besitzen. Die Helden können auf der linken Seite des Bilschirms angewählt werden und auf der Karte platziert werden, jedoch sind die Kosten für einen Helden hoch und die Erstellung dauert lange. Es ist immer wieder ärgerlich wenn ein Held in der Schlacht fällt, also sollte man immer auf ihn aufpassen. Die Helden können auch aufsteigen und erhalten mit jeder Stufe mehr Hitpoints und Schaden.
Trotz der unterschiedlichen Einheiten der drei Rassen, ist es den Entwicklern gut gelungen das Spiel auszubalancieren. Wobei es leider zu leicht möglich ist, mit den Alin frühe Rushes durchzuführen.
KI
Die KI ist ebenfalls gut gelungen, wobei es gerade bei der KI in der Regel viel auszusetzen gibt. Die KI macht geschickte Angriffe und greift nur selten von der gleichen Seite an. Bei RoL ist auch der Schwierigkeitsgrad ausgewogen, nicht zu einfach und nicht zu schwer. Die Schwierigkeitsgrade „Mittel“ oder „Schwer“ tragen ihre Bezeichnung zu Recht.
Ein kleines Manko ist die Wegfindung der Einheiten, was manchmal insbesondere in der Kampagne für etwas Frust sorgen kann. Auch Formationen wären in größeren Schlachten ein Vorteil.
Grafik
Grafisch hat mir RoL von Anfang an gefallen. Dies hat das Spiel vor allem den detailliert und wirklich liebevoll kreierten Einheiten und Gebäude zu verdanken. Die Landschaften sind auch ganz ordentlich gemacht, erreichen jedoch nicht so eine hohe Qualität wie die herrlichen Zauber und Explosionseffekte, die äußerst schön anzusehen sind. Besonders bei großen Schlachten macht es Spaß das Gemetzel zu beobachten, auch wenn die eigenen Armee dort gerade aufgerieben wird. Das Effektfeuerwerk kann aber auch zum Problem werden, insbesondere bei großen Schlachten, da kann es auf schlechteren Computern schon mal zu Rucklern kommen.
Das Spiel wäre aber schon ein Grund die alte Möhre mal wieder ein bisschen aufzurüsten.
Sound
Der Sound ist leider nicht ganz so gut wie die Grafik. Die Effekte bei den Schlachten und Explosionen könnten etwas besser sein. Mir ist das Spiel zu ruhig. Der Soundtrack hingegen ist sehr gelungen. Teilweise erinnerten mich einige Stücke der klassich geprägten Hintergundmusik an Herr der Ringe.
Multiplayer
Der Multiplayer-Part für bis zu acht Personen bietet mit dem Modus (Team-)Deathmatch die herkömmlichen Modi. Es gibt einige Einstellungsmöglichkeiten, wobei man nur die Friedenszeit- Einstellung herausheben kann Es stehen über 40 Maps zur Verfügung, weitere lassen sich generieren. Außerdem lassen sich die Schlachten als Replay speichern und so ganz bequem analysieren. Was für mich sehr hilfreich ist bzw. war.
Online Playing
Meine ersten Erfahrungen im Online Spiel waren ernüchternd, während ich gegen die KI-Gegner noch ohne größere Probleme siegen konnte, wurde ich im Spiel gegen einen Menschen in Grund und Boden gestampft. Ich spielte meistens gegen Spieler auf höheren Stufen, wobei ich bei jedem Mal besser wurde. Ich kann auch nur empfehlen die Replays der Partien anzusehen und sich die Strategie und das Vorgehen des Gewinners anzugucken. Auch sollte man direkt alle möglichen Einheiten zum erkunden und sammeln von Artefakten einsetzen, wodurch man am Anfang durch ein paar zusätzlich Rohstoffe einen Vorteil erlangen kann. Man sollte sich zudem nicht zu lange mit dem Aufbau der Basis beschäftigen und frühzeitig versuchen, sich eine neutrale Stadt einzuverleiben. Sobald wie möglich einen Helden erschaffen und mit diesem sowie einigen Einheiten aufbrechen. Ein anderer Tipp von mir wäre die Mine des / der Gegner frühzeitig zu attackieren, dies ist jedoch nur bei guter Aufklärung bzw. Überwachung der gegnerischen Armee mit Spähern möglich.
Fazit:
Anfangs dachte ich wie viele andere Rise of Legends ist nur ein Fantasy Abklatsch vom glorreichen Rise of Nations. Aber das Spiel hat mich eines besseren belehrt. Durch die gelungene Präsentation und interessante Fantasywelt konnte mich das Speil sofort fesseln. Die historisch angehauchten Einheiten und Gebäude der 3 Völker finde ich sehr interessant. Zudem gefällt mir die gute Ausbalancierung der Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Rassen. Ein weiterer Pluspunkt ist die Grafik, welche den Spieler mit bunten Effekten verwöhnt. Auch Einheiten und Gebäude sind sehr schön animiert und in entsprechend unterschiedlichen Grafikstilen der Völker dargestellt. Die Inovationen in dem Spiel halten sich leider in Grenzen, es gibt ein paar Neuerungen wie z.B. das Dominanzsystem. Diese haben aber keinen großen Einfluss auf das Spiel, was je nachdem ein Vorteil oder ein Nachteil sein kann. Der Sound ist leider nur Durchschnitt, dafür hat mir der Online- Modus sehr gut gefallen. Das Game spielt sich ähnlich flott wie Warcraft 3. Somit kann ich das Spiel allen Fans des Fantasy Genres und natürlich auch alten Rise of Nations Veteranen empfehlen.
| Rise of Legends | Echtzeitstrategie (RTS) | |||
| Publisher: | Preis: | |||
| Microsoft Games | 45,00 € | |||
| Sprache: | USK | |||
| Deutsch | 12+ | |||
| Technische Angaben | PC Minimum | PC Optimum | ||
| Prozessor | 1,4 GHz Pentium4 | 3,0 Pentium4 | ||
| Ram | 256 MB | 1 GB RAM | ||
| Festplatte | 4,5 GB | 4,5 GB | ||
| Laufwerk | CD-ROM | CD-ROM | ||
| Grafikkarte | 64 MB NVIDIA Geforce 3 / ATI Radeon 8500 | 256 MB NVIDIA Geforce 6800 | ||
| Untersützte Soundsysteme | ||||
| 5.1 | ||||
| Bewertung | ||||
| EP | GP | |||
| Grafik | +schöne Effekte | +geniale Animationen | 9 | 10 |
| Sound | +schöne Musik | -Effekte zu schwach | 8 | 10 |
| Völker | +interessante Einheiten | +unterschiedliche Völker |
8 | 10 |
| Atmosphäre | +interessante Story | +gute Sequenzen | 8 | 10 |
| Kampagne | +fortlaufende Handlung | -übliche Missionen | 7 | 10 |
| KI | +agiert abwechslungsreich | -schlechte Wegfindung | 8 | 10 |
| Handlung | +eigene Fantasy Welt | -wenig Ausprägungen | 8 | 10 |
| Balance | +gute Balance der Völker | +selten Rushes möglich | 8 | 10 |
| Gameplay | +hohes Tempo | +hoher Suchtfaktor | 9 | 10 |
| Multiplayer | +temporeiches Game | -wenige Modi | 8 | 10 |
| 81 | 100 | |||
| Extra Bemerkung: | Multiplayer | Spielspaß | 81 | % |
| geht ab! | ||||
| Kaufempfehlung | ||||
| Zu empfehlen für alle Fantasy Stategie Fans und auch Rise of Nations Veteranen | ||||
| Einspielzeit | Solo-Spaß | Frustrationsfaktor | ||
| 1-45 min. | 30 Std. und (weit) mehr | Schwierigkeitsgrad abhängig | ||
| Kurzfazit | ||||
| Ein interesantes Fantasy RTS mit Touch von Rise of Nations | ||||
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