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Schnappschuss
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 Gothic III

 

Nach dem zweiten Teil von Gothic bekam man einfach Hunger auf mehr, so ist es nicht verwunderlich, dass JoWood nun mit dem dritten Teil aufwartet und wo die meisten Fortsetzungen gegen die Vorgänger nicht ankommen können, hat uns Gothic III deutlich vom Gegenteil überzeugen.

 


 

Ohne große Vorworte wird man hier mitten in den Kampf geworfen, keine netten Worte, keine Story, du findest dich direkt in einem Lager wieder das von Orks angegriffen wird und musst dich erst mal in Sicherheit bringen und jemanden suchen der dir nach einer Schiffsreise sagt, was in deiner Abwesenheit alles passiert ist.

 

   

 

Für alle die dennoch die Story wissen wollen, ohne in die Anleitung zu gucken: Nach langem Ringen hat das Königreich der Menschen den Krieg gegen die einfallenden Orks verloren. Der König ist seit der Belagerung der Hauptstadt verschwunden, man sagt er sei gefallen, seine Leiche wurde bisher allerdings noch nicht gefunden. Die Orks halten nun die wichtigsten Straßen und Städte in ihrem eisernen Griff. Doch statt die Menschheit auszurotten, beschränken sie sich darauf, das Land zu unterjochen. Ein Teil der gewaltigen Heere bezieht an strategisch unwichtigen Punkten Stellung und beginnt dort mit der Zerstörung der Tempel. Niemand kennt einen Grund für dieses seltsame Handeln.

 

Im Reich regt sich Widerstand gegen die orkischen Besatzer, denn es gibt noch immer von Menschen gehaltene Festungen und kleinere freie Heere in den Marken Myrtanas. Doch die Rebellen sind keineswegs vereint und ihre Führer streiten um die Thronfolge des gefallenen Reiches. In dieser schwierigen Zeit betritt ein namenloser Reisender den Kontinent und seine Taten werden die Zukunft des Reiches entscheiden. Und dieser Reisende bist du…

 

   

 

In der Story wird nicht umsonst nicht gesagt, dass man ein strahlender Held ist. Erstens sieht der Held nicht besonders heroisch aus, sondern hebt sich kaum von den normalen Leuten ab und zweitens muss man den Leuten nicht unbedingt helfen, sondern kann sich auch einfach von seinem eigenen Volk distanzieren und den Orks helfen die Menschheit endgültig zu versklaven. Man selbst bleibt allerdings ein Mensch, der lediglich den Orks seine Loyalität schwört. Falls man mit beidem nicht leben kann und einfach nur unabhängig sein will, kann man natürlich auch einfach alles töten was einem in den Weg kommt.

 

Neben den Problemen mit den Orks und den Rebellen gibt es leider auch noch andere Probleme, die auf den Spieler zukommen. Auf den weiten Ländern von Myrtana treibt auch allerlei Getier sein Unwesen.  Und die Monster können einen Spieler wirklich mit einfachen Mitteln töten, während man gegen Orks noch strategisch vorgehen kann. Die meisten Humanoiden Gegner tötet man einfach, in dem man einen Treffer mit der Klinge abwehrt und dann draufschmettert. Meistens bekommen sie keine zweite Gelegenheit zum Schlag. Allerdings machen sie das auch gerne mit dem Spieler. Sollte man einmal auf der Erde liegen lohnt es sich eigentlich nicht mehr aufzustehen. Daher sollte man oft speichern und muss oft laden. Und wegen der langen Ladezeiten frustet das schon sehr.

 

   

 

Allerdings macht das kämpfen trotzdem Spaß. Man kann auch Söldner einstellen die mit einem kämpfen. Diese stecken dann Treffer ein, während man selber mit auf die Gegner haut und wenn die Söldner sterben, kann man sich einfach das Geld wiederholen. Alle umgehauenen NPCs, ob nun Monster oder Humanoide hinterlassen Gegenstände, die sie bei sich tragen, wie Felle oder Ausrüstung. So kann man auch mit einer Person Handel treiben, oder sie einfach umhauen und ausrauben. Zwingend töten muss man sie dafür nicht, kann man aber. Dafür ist bei eigentlich befreundeten Personen allerdings eine komplizierte Combo nötig. Wenn man diese Ausgeführt hat rammt der Held seine Klinge mit Schwung in den Gegner.

 

Auch wenn es nicht schwer ist, in diesem Spiel an einem einfachem Gegner zu sterben, haben nicht alle Gegner im Spiel vor den armen Helden zu töten, manche geben sich auch mit seinem Hab und Gut zufrieden und ihr habt eine kurze Wartezeit bis ihr aufstehen und eure gestohlenen Sachen zurückholen könnt. Dies ist allerdings nicht schwer und man sollte es auch unbedingt probieren, da die Kämpfe gegen Humanoide halt nur davon abhängen, ob sie zu einem Schlag kommen oder nicht.

 

    

 

Man sollte allerdings egal auf welche Seite man sich stellt aufpassen wen man wann tötet, da einige Leute einem tot keine Skills beibringen können. Manche Leute sind auch aggressiv und man sollte sie erst besänftigen statt bekämpfen, damit sie einem was beibringen. Sein ins lernen gestecktes Gold, kann man sich immer noch wieder holen, wenn man nachher die Lehrer hinterrücks niedersticht. Auch haben diese Leute meistens noch in ihrer Hütte den einen oder anderen Schatz versteckt.

 

Das Gameplay lässt einem auf jeden Fall jede menge Möglichkeiten die Story voran zu bringen. Aber ebenso vielseitig und zu Entdeckungen einladend ist die Grafik, ob man nun an einem schönem Strand spazieren geht und eine Runde in dem wunderschönen und realistischem Wasser planschen geht oder die einzelnen Balken von den Holfällerhütten nachzählen will, hier haben sich die Entwickler ebensoviel Mühe gegeben wie bei der Modellierung der Waffen und Schilde. Kein Wunder also, dass hier viele Grafikkarten in die Knie gehen.

 

Was den Sound angeht, so ist dieser an sich gut gelungen und passt auch zur Umgebung. Allerdings fällt er bei den epischen Kämpfen eher in den Hintergrund. Und das ist vielleicht auch besser so, denn an der ein oder anderen Stelle ist den Entwicklern der Loop nicht so ganz gelungen und man hört deutlich, an welcher Stelle der Track eigentlich zu Ende ist und neu anfängt. Was die Sprache angeht ist das Spiel auf jeden Fall auch gut gelungen. Jeder Gegner und Freund hat eine Sprachausgabe, ob es nun ein einfaches „lasst mich in Ruhe“ oder „ich habe keine Zeit“ ist oder von den netten Orks das Versprechen, uns in Stücke zu hacken, ein lockerer Spruch kommt immer durch die Boxen.

 

   

 

Was auch als positiv zu verzeichnen ist, ist die Gestik der Sprechenden, man wird keinen Satz ohne eine entsprechende Körperbewegung sehen. Die Charaktere wirken schon etwas hyperaktiv, da sie wirklich auch zu einem einfachem „Ja“ fast einen Regentanz aufführen. Die Bewegungen während der Kämpfe sind auch realistisch, da die Charaktere ihre Schwerter und Äxte so schlagen, wie sie diese gerade in der Hand halten und nicht erst wieder in irgendeine Ausgangsposition bringen aus der sie heraus schlagen.

 

Was heutzutage natürlich in keinem Rollenspiel fehlen darf, sind Fähigkeiten wie das Kochen, womit man aus einfacher Nahrung hochwertige Speisen machen kann, die viele Lebenspunkte heilen oder Alchemie, mit der man Statusverbessernde Tränke herstellen kann. Auch neue Waffen kann man schmieden oder alte schärfen. Wenn man Gegnern ihre Ausrüstung abluchst, kann es mitunter sein, dass sie stumpf sind. Daher muss man sie entweder schärfen oder sollte sie einfach nur in einem Handel einsetzen.

 

Auch ein komplexes Rufsystem wurde im Spiel eingebaut, sollte man Leute in einem Dorf angreifen, bestehlen oder gar töten sind diese einem nicht mehr freundlich gesinnt. Manche werden schon richtig sauer nur weil man vor ihnen eine Waffe zieht oder ihr Haus betritt. Selber Schuld wenn sie die Tür auflassen… Allerdings sollte man auf seinen Ruf achten, da man sonst gejagt wird, nicht mehr handeln kann oder gewisse Städte einfach nicht betreten kann und die Einwohner nicht mit einem Sprechen wollen.

 

Kais Fazit:

 

Die Spiele in denen man nur mit Freundlichkeit und wohlerzogenem Verhalten weiterkommt gehen mir langsam auf die Nerven, schlechte Kopien überfluten den Markt. Aber Gothic III ist anders, da hat man wirklich Handlungsfreiheit und kann auch mal die Sau rauslassen. So schön konnte ich seit Dungeon Keeper nicht mehr den bösen Buben spielen. Wenn man gerade keinen Bock hat, macht man es halt auf die altmodische Art mit der Keule. Dieses Spiel kann man wirklich 1000mal durchspielen, ohne dass es langweilig wird. Und hey, es ist nicht mal ein Online-Spiel.

 

  Gothic III RPG      
           
  Publisher  Preis:      
  Koch Media ca. 50 Euro      
  Sprache USK      
  Deutsch Ab 12 Jahren      
           
  Mitgeliefertes Zubehör:  -      
  Speicherplatz        
  erforderliches Zubehör  -      
  Konsolen PC      
           
Bewertung          
        EP GP
Grafik Wundervolle Texturen Geniale Effekte   9 10
Sound Viel Sprachausgabe Schlechte Loops   6 10
Schwierigkeit Von Beginn an hoch 3 Schwierigkeitsgrade 8 10
Atmosphäre Lustige Gestik Realistische Welten   10 10
Verbesserungssystem Man kann Gegner komplett plündern Skillung durch Lehrer   9 10
Umfang Riesige Karte Mehrere Spielverläufe je nach Gesinnung   9 10
KI Gegner stehen manchmal nur rum Gegner halten zusammen   7 10
Handlung Komplett beeinflussbar Nur das Vorfeld ist belegt   9 10
Steuerung Einfache intuitive Steuerung Übersichtliches Menü   9 10
Spielspaß Anfangs zu schwer Plündern macht Laune   8 10
           
        84 100
    Spielspaß 84%
Extra Bemerkung:          
Anmerkung          
           
           
Kaufempfehlung          
           
Einspielzeit Solo-Spaß Frustrationsfaktor      
<30 sec Durch immer neue möglichkeiten Kämpfe zu sehr      
  100+ Stunden vom Zufall bestimmt      
Kurzfazit          
Ein grafisches Meisterwerk ohne grobe Schnitzer wie bei Oblivion, so macht man das und nicht anders.    
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