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Schnappschuss
Dead Rising_11

postheadericon Der Amiga

So, nachdem wir euch schon hungrig gemacht haben, auf gute Spielkultur, muss ich dennoch erstmal ein klein wenig ins technische Detail gehen, damit ihr auch wisst, von was der komische Kerl da erzählt und warum ich hier Spiele lobe, die aussehen als wären sie in 5 Minuten programmiert worden.
Als wichtigsten deutschen Vertreter, habe ich mich für den Amiga entschieden, der als erstes vorgestellt werden soll.
Keine Angst, zuviel Technik bring ich auch nicht, wer wirklich das kleinste Detail wissen will, darf sich gerne an unsere Redaktion wenden. ;-)

Wir schreiben das Jahr 1986, als der Amiga geboren wird und eigentlich con Commodore als PC-Konkurrent auf den Markt geworfen wird. Als Arbeitsmaschine konnte sich der Amiga nie durchsetzen, aber als Spielsystem war er in Europa das meistverkaufte System neben dem C 64.
Der Amiga hat im Gegensatz zum älteren C 64 schon 16 Bit unter der Haube, immerhin pi mal Daumen ca. 7 Mhz.
(Der Sega Mega Drive hatte 3 Jahre später nur unwesentlich mehr Leistung unter der Haube)
Der Soundchip unterstützte schon digitale Sprachausgabe, die auch gerne und oft benutzt wurde.
(Das werde ich aber bei diversen Spieletests nochmals seperat erwähen)
4096 Farben gleichzeitig sind das absolute Maximum, allerdings sehr zu ungunsten der restlichen Performance, daher wurde meistens nur auf 16-32 Farben zurückgegriffen.
(Hey, wir reden von einer Zeit, in der der PC gerade mal wenn er hochgezüchtet war auf EGA zurückgreifen konnte, also 8 Farben und Standard war meist noch schwarz-weiß....oder pures grün)
Der Amiga war seiner Zeit weit voraus und verfügte ebenfalls schon über eine art Windows, allerdings wurde es Workbench genannt und war zum spielen unnötig, außer später mit aufkommen der ersten bezahlbaren Festplatten)
Die Standardgröße des Rams betrug 512 kb, das reichte für die meisten Spiele aus, aber es gab natürlich eine Speichererweiterung. Mit 1 Mega Byte war man bis ca. 1991/92 auf der absolut sicheren Seite, danach wurden auch verstärkt Turbokarten wichtig und mehr Speicher.
Ebenso war das gesamte Betriebssystem per Rom auf dem Amiga schon gespeichert, zumindest den etwas späteren Modellen, wie dem Amiga 500 und Amiga 2000.
Das hieß: Computer an, Computer gebootet und bereit fürs zocken.
Die Beliebtheit des Amigas machte seine einfache Benutzerführung aus.
Zum reinen spielen braucht es nämlich kaum Zeit: Diskette rein, spiel lädt automatisch und nach dem Laden ging’s los mim zocken.
So einfach ging es auf dem PC erst mit auftreten von Windows 95, allerdings auch zuungunsten der Performance und viel vielen blue-screens.
 
Aber was ist mit dem Amiga passiert, wenn er doch besser war als der PC.
 
Commodore war schlicht und ergreifend faul und hat den Start des PC-Spielezeitalters ebenfalls ca. 1992 verpasst.
Aber das war nicht mal das schlimmste: Gegen Ende der Amigazeit gab es hunderttausende von Rechnern in den Haushalten und kaum jemand, der die Spiele gekauft hat.
Raubkopien waren an der Tagesordnung und haben letztendlich dem Amiga das Genick gebrochen, denn der technische Vorsprung des PC wurde mit dem letzten Modell, dem Amiga 3000 und in der kleinen Version, dem Amiga 1200 nochmals deutlich kleiner.
Durch AGA-Grafik, kam man auf VGA-Niveau, dem damaligen PC-Standard.
Commodore wagte sogar den Sprung in die Konsolenwelt mit dem CD 32, einer Konsole die über tausende und abertausende von Amigaspielen auf CD zurückgreifen konnte, neben einigen grafisch gigantischen neuen Titeln und es kam zu einer Situation, die sich nie wieder in der Konsolengeschichte wiederholen sollte:
Nachdem böse Gerüchte über eine kurz bevorstehende Pleite von Commodore die Runde machte, stellten nur wenige der größten Handelsketten überhaupt das CD 32 in die Regale.
Dümmlicherweise stimmten diese gerüschte, aber dennoch wurden die CD 32 Geräte verkauft wie warme Semmeln, bzw. sie wären es, wenn es genug gegeben hätte, denn Commodore musste Konkurs anmelden...
Warum, soll uns nicht mal interessieren, aber es war eine bange Zeit für jeden Amigafan, bis Escom, damals einer der größten PC-Vertreiber neben Vobis, die Rechte an der Marke Amiga kaufte und auch die Rechte des CD 32.
Nochmals gab es eine kurze Zeit der Freude, allerdings hatte Escom die Produktion des CD 32 eingestellt und ging wenig später nebst den Rechten am Amiga Konkurs....
 
Das war das große Ende des Amigas, der zwar heute noch existiert, aber eher was für reiche Nostalgiker ist.
Natürlich ist er heute weitaus stärker auf der Brust als der Uramiga, verfügt über Internet, DVD-Rom, Festplatte usw. aber eigentlich ist er fast eine Einzelanfertigung, die auf Wunsch von einer amerikanischen Firma produziert wird, zu einem exorbitalen Preis....
 
Jungs, ich könnte euch noch stundenlang davon erzählen, über die höhen und tiefen des Amigas, aber ich lasse es für heute, bevor ich euch zu sehr damit Langeweile.....
 
Also machts mal gut, bis zum nächsten mal....
Andreas

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