Call of Duty 3
Call of Duty 3
Als ich kürzlich in einer Broschüre meines Reisebüros las: “Machen sie Urlaub in einer der schönsten Region Frankreichs, mit alten Dörfern, grüner Idylle und freundlichen Menschen...“, dachte ich mir... „hmm, das wär doch mal was ...“ Also schnell die Koffer gepackt und ab ins freundliche Nachbarland. Was mich erwartete, war keineswegs eine grüne Idylle und freundliche Menschen, sondern die Hölle auf Erden. Alte Dörfer ja, aber in Schutt und Asche gelegt und an jeder Ecke lauerten Deutsche Soldaten... Spaß beiseite, in Call of Duty 3 seid ihr wieder in Frankreich unterwegs, um den Deutschen das Handwerk zu legen und ob die Erwartungen gegenüber dem hervorragenden zweiten Teil der Serie erfüllt werden, lest ihr sogleich hier...
Eins vorweg: Wer sich mit dem WW2 Genre bisher nicht anfreunden konnte, der wird es auch im dritten Teil der Serie nicht können. Die Story (?????) und der Ausgang des ganzen sind bekannt und daran ändert auch Call of Duty 3 nichts mehr. Vielmehr bietet der Nachfolger zum zweiten Teil bis auf einige Neuerungen, auf die ich gleich eingehen werde, solide Kost, die dem Fan der Serie einfach schmecken muss! Die Levels sind wieder genauso linear wie im Vorgänger, mit kleinen Storywendungen zwischendrin und der Verlauf der Missionen wird durch kurze Cutscenes immer wieder weitererzählt. Da wären wir auch schon an einem kleinen Kritikpunkt, weil die Cutscenes (für meine Begriffe) doch etwas an der Atmosphäre kratzen, da man sehr oft durch diese mitten im Spiel unterbrochen wird. Des weiteren sei wirklich allen Spielern, auch denen, die im Englischunterricht nicht so aufgepasst haben, empfohlen das Game auf Englisch zu spielen, da die Deutsche Synchronisation, sagen wir... etwas .... äääh ... bescheiden ausgefallen ist. Sich immer wiederholende Sprüche und Stimmen, die irgendwie gar nicht zum Image der um ihr Leben kämpfenden Soldaten passen mögen. Also tut euch einen Gefallen und spielt auf Englisch, dann habt ihr auch die bessere Atmosphäre... Wo im zweiten Teil die Locations immer schön gewechselt haben, spielt ihr nun nur noch in der Normandie. Im Klartext heißt das, grafisch bietet sich leider nicht mehr so viel Abwechslung wie im zweiten Teil, dafür wurde hier alles gegeben. Auf die Grafik an sich komme ich aber später noch zu sprechen. So, das waren jetzt erst einmal die Hauptmankos gegenüber dem zweiten Teil. Neu sind nun diverse Minispielchen. Egal, ob ihr nun Geräte sabotieren, eine Sprengladung anbringen oder eine Mine platzieren müsst, könnt ihr das nur durch Tastenkombinationen tun. Vorteil: das ganze lässt euch den Stress fühlen, wenn euch die Kugeln um die Ohren fliegen und ihr eine Bombe legen müsst und tut der Atmosphäre echt gut. Nachteil: es geht auch einiges an Atmosphäre flöten, da ihr euch dadurch noch bewusster seid, ein Game zu zocken... eine zweischneidige Sache also... mir hat’s gefallen... weitere Neuerung: geworfene Granaten können wieder aufgenommen und zurückgeworfen werden bevor sie explodieren. Aber Achtung: die Gegner können das auch!!! Rauchgranaten gibt es natürlich auch wieder und die haben es jetzt in sich. So muss man jetzt darauf achten, wie der Wind weht, weil sich der Rauch nun mit dem Wind bewegt. Ansonsten ist Call of Duty das, was man erwartet: ein schneller Actionreicher Shooter mit ein paar guten und ein paar weniger guten Neuerungen, einer packenden Atmosphäre und fetter Grafik.
Steuerung, Grafik und Sound und Gameplay
Fans des zweiten Teils nehmen das Pad in die Hand und zocken drauf los. Die Steuerung ist mehr oder weniger 1 zu 1 vom zweiten Teil übernommen worden. Sprich es fühlt sich sehr gut an und wer mehr wissen will, schaut sich den Test zu Call of Duty 2 an... bei der Grafik gibt es ebenfalls nichts zu bemängeln. Die Landschaften sehen atemberaubend aus mit fein modellierter Vegetation, genial designter Umgebung und einfach nur herrlichen Lichteffekten. Auch bei den Charakteren wurde nicht gespart. Die Hauttexturen und Animationen zeigen den großen Schritt, den man seit dem zweiten Teil gemacht hat. Es sieht einfach verdammt realistisch aus. Vor allem die Explosions- und Raucheffekte sehen einfach beängstigend real aus. Auch die kleineren Neuerungen wissen zu beeindrucken: geht man in den Zielmodus, so wird ein künstlicher „Tiefenschärfeeffekt“ sichtbar, d.h. nimmt man einen Gegner im vorderen Bereich ins Visier, erscheint der Hintergrund verschwommen. Sieht absolut toll aus und unterstreicht den ohnehin schon hohen Realismus der Grafik. Kleinere Clippingfehler habe ich zwar bemerkt, aber spieltechnisch fallen sie (meiner Meinung nach) nicht wirklich ins Gewicht und damit sollen sie auch nur am Rande erwähnt sein. Bei all der Pracht möchte ich besonders hervorheben, dass die Bildrate dabei immer konstant bleibt! Kein Ruckeln ... nichts! Besonderes Lob dafür!!! 
Beim Sound bleibt wie im zweiten Teil auch alles im grünen Bereich. Spieler mit Mehrkanalsound und Subwoofer seien gewarnt: Das Game rockt!!! Es pfeifen euch in den Gefechten die Kugeln und Splitter nur so um die Ohren und es entsteht ein durchgehendes Panikgefühl, vor allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden. Unterlegt wird das ganze von heroischen Orchesterklängen, die wieder sehr dezent, aber atmosphärefördernd eingesetzt werden.
Das Gameplay ist eigentlich wie gehabt (... hmmm ich hätte doch eigentlich einfach den Test vom zweiten Teil kopieren können und hier einsetzen können... ob das einer gemerkt hätte...?) (Anm. d. Red.: Ja wir du alte Flachpfeife, an die Arbeit hopp hopp ;) ) Man bewegt sich in äußerst linearen Missionen von Checkpoint zu Checkpoint, ballert auf nicht endende Gegnerhorden und .... halt... Das was mich bei Call of Duty 2 schon teilweise echt genervt hat, wird beim dritten Teil leider wieder genauso falsch gemacht. Durch gescriptete Ereignisse kommen die Gegner oder die eigenen Teamkameraden ins Spielgeschehen. Leider sind die Scripts aber teilweise (wieder) so blöd gesetzt, dass man manchmal am liebsten das Gamepad in die Ecke feuern möchte. Es wird zwar nie wirklich unfair, aber für ein NextGen Game wünsche ich mir schon eine teilweise intelligentere Scriptführung. Auch die KI der Kameraden (respektive der Gegner) lässt oft genug zu wünschen übrig. Da kommt es vor dass man nicht weiterkommt, weil einem die Kameraden den Weg versperren und für nichts auf der Welt zu Seite gehen möchten. Sehr ärgerlich, vor allem wenn man unter heftigstem Feindbeschuss steht... Das kennen wir aber auch schon aus dem zweiten Teil. Die Schwierigkeitsgrade sind auch vom zweiten COD übernommen. Wer also auf „Veteran“ die Schlusscredits sehen möchte, kann sich schon mal auf lange Gefechte einrichten. Vor den einzelnen Missionen (die diesmal alle zusammenhängend sind) gibt es keine Schwarzweiß Filmchen mehr. Stattdessen werden die Missionsbriefings teilweise mit Landkarten oder in Spielgrafik untermalt und man bekommt so zusätzlich noch etwas geschichtlichen Background geliefert... Insgesamt viel ansprechender gestaltet als noch in COD2. Die Missionen sind wie im Vorgänger auch mit kurzen Railshootereinlagen oder Panzerfahrten gewürzt. Dass allerdings gerade bei den Panzerfahrten die Steuerung wirklicher Müll ist und entsprechend hakelig ausgefallen ist, entzieht sich meinem Verständnis... Auch die neu hinzugekommenen Nahkämpfe wollten mir nicht zu sehr gefallen. Ist aber wohl Geschmacksache. Alles in allem, bis auf einige böse KI Aussetzer, technisch gesehen fast makellos!
Fazit
Tja, was soll ich jetzt sagen? Call of Duty 3 bietet für Fans des Vorgängers genau das, was sie erwarten: Es sieht besser aus, klingt genauso gut und spielt sich wie der zweite Teil. Leider wurden aber auch die schon bekannten Mankos von COD2 einfach übernommen. Da die Levels im dritten Teil nicht mehr so groß sind, wie vorher, fehlen mir die Teils gigantischen Massenschlachten, die ich besonders mochte. Die Panzerfahrten hätte man sich besser gespart, weil die Steuerung einfach nicht so toll ist. Auch fehlt mir etwas die Abwechslung wie in COD2, wo man in Russland, Afrika und der Normandie unterwegs war, mit all ihren geo(grafischen) Unterschieden... Keine Frage, das Spiel ist bombastisch und für Fans der Serie ein gefundenes Fressen, aber mir machte der zweite Teil etwas mehr Spaß. Trotzdem ist Call of Duty 3 eine glasklare Kaufempfehlung für Fans des Genres, die noch keinen WW2 Shooter haben, für Grafikfetischisten und für Fans der Serie sowieso!!! Auch wenn sich der Test recht negativ anhört, so ist COD3 ein klasse Spiel, mit dem ich verdammt viel Spaß hatte (und auch noch habe). Wenn man den zweiten Teil kennt, kann man vielleicht nachvollziehen, warum ich das eine oder andere bemängelt habe, aber wie gesagt unterm Strich: KAUFEN!!!
| Call of Duty 3 | Action | |||
| Publisher | Preis: | |||
| Activision | ||||
| Sprache | USK | |||
| Deutsch/Englisch | 18 | |||
| Mitgeliefertes Zubehör: | ||||
| Speicherplatz auf Memorycard | ||||
| erforderliches Zubehör | ||||
| Konsolen | ||||
| Bewertung | Pro | Contra | ||
| EP | GP | |||
| Grafik | Geniale Landschaften, Modelle und Charaktere und keine Ruckler!!! | 9 | 10 | |
| Sound | Wie auch im 2. Teil Referenzartig | 10 | 10 | |
| Leveldesign | Sehr linear | Sehr linear | 7 | 10 |
| Atmosphäre | Gigantische Atmosphäre... | die leider durch die Cutscenes etwas verliert | 9 | 10 |
| Handlung | Weltkrieg halt... | ... Von dem wir wissen wie er ausging | 6 | 10 |
| Umfang | Für ein Spiel des Genres absolut O.K. | 8 | 10 | |
| KI | Teils nicht schlecht | Teils echt grottig | 6 | 10 |
| Balance | 4 Schwierigkeitsgrade... Ausgewogen! | 8 | 10 | |
| Steuerung | Daumen hoch | ... Bis auf die Panzerfahrten | 8 | 10 |
| Waffen und Zubehör | die üblichen Verdächtigen, also fast alles was das Herz begehrt... | 9 | 10 | |
| 80 | 100 | |||
| Extra Bemerkung: | Multiplayer | Spielspaß | 80% | |
| Anmerkung | ||||
| Kaufempfehlung | ||||
| Einspielzeit | Solo-Spaß | Frustrationsfaktor | ||
| 10 min. | verdammt hoch!!! | durch die 2 Schwierigkeitsgrade gering | ||
| Kurzfazit | ||||
| Solider Nachfolger von Call of Duty 2... Klare Kaufempfehlung! | ||||
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