Far Cry Instincts Evolution
Far Cry ist zurück! Dieses mal unter dem Titel „Far Cry Instincts Evolution“. Das ist nicht zu verwechseln mit dem Titel für die XBOX360 „Far Cry Instincts Predator“. Denn hierbei handelt es sich um das ursprüngliche Far Cry Instincts inkl. der Fortsetzung Predator. Bei der XBOX Version hingegen ist Evolution die reine Fortsetzung zu Far Cry Instincts ohne jegliche Vorgeschichte. Natürlich ist aber in beiden Spielen Sonne, Strand und jede Menge Action enthalten.
Story
Einmal in Ruhe auf einer schönen Sonnigen Insel sein, dass wünscht sich seit einiger Zeit der Ex-Soldat Jack, bekannt auch aus den Far Cry Teilen. Doch in seinem neuesten Abenteuer Far Cry Instincts Evolution geht es nicht alt zu ruhig ab.
Am Anfang wollen Sie nur einer schönen Piratin beim Schmuggeln helfen, doch das schlägt ganz schnell um, als ein Hoher Beamter von einem unbekannten Subjekt getötet wird und die Schuld plötzlich auf Jack fällt.
Nun ist er wie in den Vorgänger Teil wieder auf der Flucht, mit dem dezenten Unterschied, dass die Piraten diesmal richtig sauer sind, denn sie vermuten eine bevorstehende Razzia der Regierung und verhalten sich recht panisch, denn der Waffenhandel gilt nicht gerade als Kavaliersdelikt. Das Problem ist nur, es kommt wieder so wie es kommen musste, Jack ist wieder einmal komplett auf sich alleine gestellt und versucht alles um die Insel möglichst lebend zu verlassen. Dabei hat er zwar kurzzeitig Unterstützung von der Piratin, der er klugerweise das Geld für die Waffen vorenthalten hat und es erst freigibt, wenn er die Insel verlassen hat, doch das bringt ihm bei den vielen Gegnern recht wenig.
Grafik
Far Cry Instincts Evolution sieht natürlich wieder einfach brilliant aus, aber was hat man auch anderes erwartet? Denn Cryteks Vorzeigeshooter Far Cry hat nachweislich Berge in der Shooter-Szene versetzt und für ganz neue Maßstäbe in Sachen Grafik gesetzt. Diesen ist der Entwickler auch in Evolution gerecht geworden. Trotz der Größe sind die Level herrlich ausgestattet, kaum ein Fleck sieht aus wie der andere, und es gibt viele Sehenswürdigkeiten, wie versteckte Wasserfälle im Dschungel, herrliche Lichtungen mit dichter Flora und Fauna, aber auch Höhlensysteme und Sumpflandschaften warten auf den Spieler. Das Leveldesign selbst verdient ein großes Lob und ist hauptsächlich für das Abenteuergefühl im Spiel zuständig, welches den Spieler wirklich glauben lässt eine tropische Insel zu erkunden. Natürlich haben auch die Piraten auf der Insel Spuren hinterlassen, wodurch man auch auf Haschischfelder trifft, die man natürlich abbrennen muss.
Auch in Sachen Breitbild hat man ganze Arbeit geleistet, denn egal ob man die Konsole mit 50 oder 60 Hertz betreibt, egal ob man einen 4:3 oder einen 16:9 Fernseher benutzt, immer bekommt man ein flüssiges Spielgeschehen ohne verzogenes Bild oder PAL-Balken geboten. Leider wird zugunsten der gute Grafik mitunter auf die schnelle Neuladung des Bildes verzichtet. So bauen sich Häuser, Hügel etc. oftmals erst kurz vor einem auf, was auch nicht gerade bei der Wegfindung hilft.
Dafür sind alle „Instinkte“ mit wunderschönen Effekten belegt worden. Alles ist so in Szene gesetzt wie man es aus Hollywood Blockbustern kennt und lieben gelernt hat. Was jedoch die besonderen Fähigkeiten genau ausmachen, beschreiben wir später.
Gameplay
Was dem Spieler am Anfang sofort auffällt, sind die neuen Gegner KIs, die nun noch schneller agieren und den Spieler noch öfter und geschickter in den Rücken fallen. Besonders wenn einem die Munition ausgeht oder man im ungünstigsten Moment nachladen muss, greifen die Gegner vermährt an und versuchen die Schwächen gezielt auszunutzen. Auch das altbekannte Umzingeln ist natürlich geblieben. Leider ist jedoch das Hilferufen von Gegnern vermehrt in den Hintergrund geraten und somit kommen nicht wie in dem Vorgänger Black Hawks, die neue Gegner heranfliegen, wenn man einfach zuviel Radau gemacht hat. Eine weitere frappierende Schwäche ist auch die fehlende Reaktion, wenn die Gegner nicht wissen, wo sich Jack aufhält. So laufen die Gegner bei Sniperbeschuss oftmals nicht weg, sondern gehen zu dem Toten Kumpanen und gucken erstmal was los ist. Natürlich fangen sie eher einen Kopfschuss als neue Erkenntnis.
Das alles ist aber eher Zweitrangig, denn die neuen riesigen Level bieten komplett neue Möglichkeiten, denn so ist keine komplett Lineare Story mehr abzuarbeiten, wie das im Vorgänger der Fall war, sondern nun bekommt man mehrere Ziele, die man nach freier Wahl abarbeiten kann. Die Handhabe wie die Punkte abgearbeitet werden, ist natürlich auch frei gestellt. Das gilt auch für das beseitigen von Gegnern oder Türmen, so kann man einen Gegner vom Turm hinunter schießen oder vielleicht auch mal den Turm mit einer Rohrbombe auf Knopfdruck in die Luft jagen. Die Rohrbombe ist auch eine Neuerung, die besonders Taktisch von Vorteil ist. So können nun nämlich Sprengfallen für Gegner aufgebaut werden, mit denen man sich die feindlichen Schergen schnell und sicher aus dem Weg räumen kann.
Leider hat das Gameplay nicht nur Stärken, sondern auch einige Schwächen. Eine besonders große ist, ist dass es des Öfteren passieren kann, dass unser Jack irgendwo stecken bleibt und sich nicht mehr befreien kann. Besonders gerne passiert dies in dem dicht bebauten Dorf-Leveln, wo es haufenweise Planken und Stege gibt, aber eben auch viele Löcher in die Jack hineinrutschen kann. Dann passiert es, dass man dort steckt und eingeklemmt zwischen Berg und Hausdach, oder zwischen Treppe und Balken hängt und sich nicht mehr bewegen kann. Ähnliches passiert auch gerne auf Rampen und bei Türen, und zwar genau an den Schnittpunkten, wo die Schräge in eine Gerade übergeht oder wo die Türe ihre Schwelle besitzt, was für Jacks kleine Füße schon zuviel ist, er kommt nicht über die Kante hinweg und der Spieler kommt nur dazu Neuzustarten. Um dem zu entgehen, hilft nur noch eins, ein beherzter Sprung darüber.
Auch das kurze Einfrieren des Spiels beim zwischenspeichern ist noch immer vorhanden und ein Ärgernis, dass doch bitte hätte nach der Kritik am Vorgänger ausgemerzt werden können.
Auch der Umfang ist nicht zu kurz, denn in der offiziellen Ankündigung spricht Ubisoft von sechs neuen Maps, das klingt zwar zuerst sehr wenig, jedoch kann man sich beruhigt zurücklehnen. Denn das nur sechs Maps benötigt werden, liegt wahrscheinlich daran, dass man mit dem Spielprinzip schon voll vertraut ist und man so keinerlei Einarbeitungszeit benötigt. Falls es jedoch Neueinsteiger geben sollte, die die Instincts-Story noch nicht kennen, kann man sich der eigens dafür geschaffenen Einleitung widmen, welche eine Art Tutorial darstellt in der uns alle Dinge die Jack so beherrscht noch einmal erklärt werden. Man muss also nicht den Vorgänger gespielt haben um mit Far Cry Instincts Evolution zurecht zu kommen.
Multiplayer
Selbstverständlich wird in Far Cry Instincts Evolution auch wieder einen ausführlichen Multiplayer- bzw. Online-Mode geboten. Das Spiel hält sämtliche bekannte Spielvariationen für den Spieler bereit und dazu gibt es noch einen neuen Modus, sowie ganze acht neue Maps, die, wie schon in der Kampagne, herrlich designt sind. Für den Spaß an einer Konsole gibt es natürlich den bekannten Splitscreen. Bis zu vier Spieler können sich gleichzeitig an einem Schirm damit vergnügen. Verbindet man mehrere Konsolen lokal miteinander, kann man die Spieleranzahl sogar auf gediegene 16 erhöhen, was dem entspricht was auch online per XBL möglich ist. Leider ist wie im Vorgänger keinerlei Bot Modus vorhanden, wodurch ein 1 on 1 Match schnell sehr langweilig und zu einer Motivationsprobe wird. Denn es gibt zu viele Möglichkeiten sich zu verstecken oder man findet sich erst gar nicht.
Bekannte Modes sind der Chaos und der Team-Chaos Mode, wobei es einzig um die angehäuften Kills geht, die man in der vorgegebenen Zeit schafft, der Raubtier-Mode, den wir ebenfalls schon aus Instincts kennen, sowie den Klau die Probe-Mode und den neuen Suchen und Sichern Mode. Da 16 Spieler eine entsprechende Leitung voraussetzen, kann man die Spieleranzahl natürlich begrenzen, oder, und das kommt selten bei einem Konsolentitel vor, wir erstellen einen dedizierten Server. Der jeweilige Host kann dann zwar nicht mehr selbst mitspielen, dafür kann sich die jeweilige Konsole voll den Mitspielern widmen, wofür sie uns sicher dankbar sein wird, sowie die Spieler für das flüssige Gameplay. Dadurch ist eine komplette Steuerung des Multiplayer Matches möglich und alt zu großes Chaos wird verhindert. Besonders schön ist, dass es nun ein Abstimm-Feature im Multiplayer-Spiel gibt. Die Spieler können den Host auf diese Weise wissen lassen welche Karte oder welche Spielvariante sie gerne als nächstes spielen möchten und selbstverständlich ist es möglich ein bewertetes oder ein unbewertetes Match auszutragen, ganz so wie dem Spieler eben zumute ist. Durch die Abstimmung werden auch lange LAN-Diskussionen verhindert, die doch schon mal vermehrt auftreten, wenn viele Spieler verschiedene Meinungen vertreten. Hier wird nun demokratisch entschieden, wobei der Host immer das letzte Wort behält.
Um den Battle und Kompetition Faktor zu erhöhen, gibt es jetzt auch wunderbar übersichtlich aufbereitete Highscore-Tabellen, damit der Spieler die Leistung von sich mit denen der anderen Spielern dieser Welt vergleichen kann.
Wem auch die Mitgelieferten Karten im Multiplayer Modus zu wenig sind, der kann sich mithilfe des Editors wie schon im Vorgänger neue Level zusammenbasteln. Das ist immer noch sehr einfach gehalten, wobei eine große Palette an Möglichkeiten geboten wird.
Jede Map die jedoch online gespielt werden soll, muss zuerst bei XBL angemeldet werden, damit Anti-Cheater-Tools eingebunden werden, sodass alles legal abläuft und der größte Fun-Faktor erreicht wird.

Sound
Der Sound ist alles in allem sehr stimmig und atmosphärig gehalten und bringt mitunter auch ein richtiges Südsee-Feeling rüber. Auffällig ist jedoch bei der Sprachausgabe, dass sich die Sprüche der Piraten relativ schnell wiederholen, denn denen hat man offensichtlich nicht mehr besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt. Bei sechs Gegnern, passiert es gerne, dass alle sechs denselben Spruch ablassen, wie "Jetzt geht's dir an den Kragen" oder „Ich werde dich ausweiden“, und das im Sekundentakt. Hier hätte etwas Abwechslung nicht geschadet.
Saschas Fazit
Far Cry Instincts Evolution ist eine gelungene Fortsetzung des berühmten Far Cry Instincts, jedoch hat es einige Schwächen, die nicht hätten sein müssen. Das Steckenbleiben im Boden zum Beispiel, ist ein Fehler der hätte schnell ausgebügelt werden können und der nun für einen unnötig hohen Frustrationsfaktor sorgt. Ausgeglichen wird dies nur durch die wunderbar designten Level, jedoch gibt es eben auch hier Schwächen, denn das späte Aufbauen der Elemente wie Bäume oder auch Hügel, darf in so einem erstklassigen Shooter einfach nicht mehr vorkommen.
Aber auch mit diesen kleinen Fehlern bleibt der Wohlfühlfaktor aus den Vorgängern bestehen und es macht einen Heiden Spaß den Gegner seine Krallen spüren zu lassen.
Far Cry ist und bleibt einer der derzeit besten Shooter und mir fällt spontan kein Spiel ein, das ihm das Wasser reichen könnte.
Alle Far Cry Fans können ohne Sorge zugreifen und sich einem relativ langen Spielspaß durch die Multiplayeraktion sicher sein.
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